Chronik 2011- ....
Das Jahr 2011 begann sehr traurig. Am 17. Januar verstarb im Alter von 57 Jahren nach fast vierzigjähriger überaus aktiver Mitgliedschaft Heinrich Rieken. Mit ihm verlor der Musikzug ein Vorbild an Vereinstreue und Pflichtbewusstsein sowie eine Führungsstimme im Tenor. Selbst als er schon schwer von der Krankheit gezeichnet war und das Krankenhaus gerade erst verlassen hatte, raffte er sich auf, um an Proben und sogar an Auftritten teilzunehmen. Ein solches Mitglied zu verlieren, ist für jede Gemeinschaft ein herber Verlust. Und das sollte nicht der einzige Tiefschlag bleiben. Am 7. Oktober verstarb mit 62 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit Dieter Leusmann. Von den 33 Jahren äußerst aktiver Mitgliedschaft im Musikzug hat er als Kassenwart dreißig Jahre Vorstandsarbeit geleistet und erst Ende letzten Jahres dieses verantwortungsvolle Amt in jüngere Hände abgegeben.
Nach einigen Jahren der Abwesenheit kamen im Januar Hagen Schmidt (Flügelhorn) und im April Jürgen Schneck (Flügelhorn) zum Musikzug zurück. Das Jahreskonzert, bei dem erneut der Spielmannszug und der Männerchor teilnahmen, hatte überwiegend eine gute Resonanz, obwohl auch vermehrt Stimmen laut wurden, die sich kritisch zur Programmgestaltung und zur Beteiligung anderer Gruppen äußerten.
In den Monaten Mai und Juni kamen erfreulicherweise einige recht junge Musiker dazu. Aus Bokel kamen Martin Müller (Bariton) und Nina Müller (Flügelhorn), aus Steimke Felix Lilje (Flügelhorn) und aus Hankensbüttel Mattis Schulze (vorübergehend Schellenbaumträger, später Tenorhorn). Im Oktober und November wuchs die Mitgliederzahl noch einmal durch den Beitritt von Meike Lütkemann (Saxophon), Hanna Schulze (Klarinette) und Katharina Buse (Flöte). So werden, bereinigt von den sogenannten Karteileichen, jetzt 56 Mitglieder in der Anwesenheitsliste geführt. Durch befristete Reaktivierung einiger ehemaliger Mitglieder konnte die Nachtmusik erstmalig mit vier Gruppen durchgeführt werden, was auch in Zukunft versucht werden soll.
Das 350. Jubiläumsschützenfest war eine einzige Erfolgsstory. Einem sehr unterhaltsamen Kommersabend am Dienstag vor dem Schützenfest folgte die Aufführung des Großen Zapfenstreiches. Alle daran Beteiligten lieferten eine Glanzleistung ab, so natürlich auch der Spielmannszug und der Musikzug. Das Wetter, die Gestaltung des Umfeldes und das unglaublich disziplinierte Publikum taten ein Übriges dazu bei, so dass die Begeisterung der Anwesenden nicht steigerungsfähig war. Innenminister Schünemann äußerte danach, er habe bisher drei Zapfenstreich-Aufführungen erlebt, davon zwei militärische. Dieses sei jedoch die feierlichste von allen gewesen.
Am Freitag in aller Frühe trafen knapp vierzig Aktive der Musikkapelle aus Weißensee ein und wurden sofort nach Erscheinen in den Festablauf integriert. Die bayerischen Freunde hatten ein turbulentes und anstrengendes Wochenende und traten am Sonntagnachmittag mit vielen völlig neuen Erkenntnissen über norddeutsche Schützenfeste die Heimreise an. Sie waren eine große Bereicherung der Jubiläumsfeierlichkeiten. Der professionelle Abschluss des Festes war ein zweistündiges Konzert der Egerländerbesetzung des HMK 1 aus Hannover, die noch einmal für ein fast zum Bersten gefülltes Schützenhaus sorgte.
Am 5. November fand im Gasthaus „Zur Linde“ die gut besuchte Jahresversammlung statt. Es gab kaum kontroverse Themen, und der zügige Verlauf war daher sehr harmonisch. In den Führungspositionen gab es keine Veränderungen, und alle Bestätigungen waren einstimmig. Als Folge einer mitgliederinternen Umfrageaktion nach dem letzten Konzert wurde beschlossen, das Jahreskonzert des Musikzuges zukünftig wieder ohne Beteiligung anderer Gruppen durchzuführen. Zu diesem Thema hatte es seit dem letzten Konzert doch immer wieder Meinungsverschiedenheiten gegeben, die damit bereinigt wurden.
Am 24. März 2012 fand das Jahreskonzert statt. Ursprünglich für den 17. März geplant, wurde es jedoch um eine Woche verlegt, um nicht mit dem 40. Jubiläumskonzert des Musikzuges Emmen zu kollidieren. Eine fast überwältigende Übungsbeteiligung schon etliche Wochen vorher führte zu sehr rechtzeitiger Vervollkommnung der einzelnen Programmteile. Ein letzter Schliff wurde für den Übungssamstag am 17. März angesetzt. Im Anschluss daran fand im Gasthaus Pasemann in Emmen ein gemeinsames Abendessen statt, und der Abend endete mit dem Konzertbesuch des Musikzuges Emmen.
Das Jahreskonzert war erneut ein großartiges Erlebnis für Gäste und Akteure. Der Saal war ausverkauft, und es mussten sogar noch Stühle und Tische nachträglich gestellt werden. Leider konnten wieder nicht alle Aktiven am Konzert teilnehmen, so dass „nur“ 44 Musiker die Bühne füllten. Erstmalig dabei waren Meike Lütkemann (Saxophon), Nina Müller (Flügelhorn 2), Martin Müller (Tuba) und Felix Lilje (Flügelhorn 1). Das dankbare Publikum belohnte eine vielseitige und ausgewogene musikalische Europareise mit stehenden Ovationen. Mit eingebunden in das Programm war die Bläserklasse der Realschule Wittingen unter der Leitung des Musikzug-Flügelhornisten Helmut Schulenburg. Den Bekundungen der Zuhörer war zu entnehmen, dass das Konzert auf hohem Niveau gespielt wurde, was eindeutig auf die enorme Übungsbeteiligung im Vorfeld zurückzuführen ist. Die meisten Stimmen des Publikums bekamen die Titel „Moskau“, „In der Weinschenke“ und „Beyond the Sea“. Eine besondere Freude war erneut der Besuch einer Abordnung der Musiker aus Weißensee und ebenso von Vertretern aus Trachtentanzgruppe, Uniformiertem Schützenkorps und erstmalig auch „Hutträgern“ aus Gifhorn. Die Bewirtung hatte die Landschlachterei Brink aus Langenbrügge.
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