Chronik 2010- 2011
2000 kam der Musikzug auf 69 Einsätze, davon 27 Auftritte und 42 Übungsabende. Neue Mitglieder waren nicht zu verzeichnen. Beim Jahreskonzert erklangen neben den Siegertiteln des Vorjahres „Aus alter Zeit“, dem Fliegermarsch und „Welt der Ouvertüre“ u. a. die Kleine Ungarische Rhapsodie, Böhmische Polkasterne, Il Postiglione d`Amore und „Sommernacht in Prag“. Der Kameradschaftsabend fand bei Hubert Olfermann in Oerrel unter dem Motto
„Alpenglühen“ statt. Ausrichter waren die „Krummhörner“. Der Vorstand blieb bis auf eine
Neuerung unverändert. Im Zuge einer Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit wurde das Amt
des Pressewarts geschaffen, das Siegfried Cordes übernahm. Als Stimmführer im 1. Flgh.
wurde Karlfried Schulze abgelöst von Markus Burghard.
An besonderen Aktivitäten liefen dieses Jahr bereits die Planungen für die Beteiligung an
Hankensbüttels 950 Jahrfeier an. Zu diesem Anlass hat erfreulicherweise die Blaskapelle
Weißensee ihre Beteiligung zugesagt, und damit musste das traditionelle Jahreskonzert im
Oktober umorganisiert werden. Daneben bot sich der Musikzug an, gemeinsam mit dem
Grünen Korps am eigentlichen Jubiläumstag der Gemeinde als krönenden Abschluss den
Großen Zapfenstreich aufzuführen. Diese beiden Einsatzschwerpunkte im kommenden Jahr
bestimmten natürlich das Übungsprogramm auch schon im laufenden Jahr.
Das Jahr 2001 brachte also einige hochkarätige und arbeitsintensive Aufgaben mit sich. Die
Freunde aus Weißensee hatten sich mit 45 Personen angemeldet. Diese Zahl macht sehr
deutlich, welchen Stellenwert diese Freundschaft auch für die Musiker aus dem Allgäu hat.
Für viele von ihnen ist es nämlich gar nicht so einfach, sich für mehrere Tage aus der
häuslichen Landwirtschaft herauszulösen. Aber wenn es heißt, nach Hankensbüttel zu reisen,
ist manches möglich. Für den Musikzug bedeutet diese Verbindung, alle Anstrengungen zu
unternehmen, um sich dem beachtlichen musikalischen Niveau dieser Kapelle anzugleichen,
damit gemeinsame Konzerte möglich sind.
Aus diesem Grund soll hier auch einmal ausführlich auf die Programmplanung für das
gemeinsame Jahreskonzert eingegangen werden. Eröffnet wurde das Konzert von beiden
Kapellen mit dem Konzertmarsch „Graf Waldburg“, dirigiert von Heinrich Haas. Weitere
Programmpunkte der Gastkapelle waren das Air von Johann Seb. Bach, die Tritsch-TratschPolka
von Johann Strauß, die Suite in drei Sätzen „Tirol 1809“ von Sepp Tanzer (ein
Wertungsstück der Oberstufe), der Marsch „Hoch Heidecksburg“ von Rudolf Herzer, und die
Filmmusik-Fantasie „Moment for Morricone“ von Ennio Morricone. Der Musikzug beteiligte
sich mit dem Konzertwalzer „Sommernacht in Prag“ von Jaromir Vejvoda, der Kleinen
Ungarischen Rhapsodie von Alfred Bösendorfer, einer Ouvertüre alla Rossini „Il Postiglione
d`Amore, ebenfalls von Bösendorfer, mit Hymne und Triumphmarsch aus „Aida“ von Verdi
sowie dem Andrew Lloyd Webber Portrait vom gleichnamigen Komponisten. Zum Abschluss
des hochkarätigen Konzertes spielten beide Gruppen gemeinsam die Festliche Serenade von
Hans Hartwig, dirigiert vom Leiter des Musikzuges. Dieser Schlusstitel ist ähnlich aufgebaut
wie der Große Zapfenstreich und damit sehr feierlich. Wenn derartige Leckerbissen dann von
70 Musikern intoniert werden, dann bildet sich schon so manche Gänsehaut.
Das eigentliche Festkonzert fand im Jubiläumsjahr bereits am Freitagabend statt, während das
Schützenhaus am Sonnabend zur „Wiesn“ umfunktioniert wurde und die Gäste mit flotter
Blasmusik so richtig in Oktoberfeststimmung gebracht wurden. Neben dem außerordentlich
erfolgreichen gemeinsamen Musizieren wurde auch die freie Zeit gemeinsam gestaltet. Nach
einem gemeinsamen Essen im Gasthaus „Zur Linde“ fand ein Besuch der Autostadt in
Wolfsburg statt. Alle diese Veranstaltungen und die Unterbringung der Gäste lagen in der
bewährten Planung von Hermann Ackermann. Dieser hat jedoch wenige Wochen vorher aus
privaten Gründen und einer Überreaktion darauf seine Mitgliedschaft im Musikzug beendet,
und die übrigen Vorstandsmitglieder mussten das Begonnene zuende führen. Doch alles hat
trotzdem bestens geklappt. Eine fast unglaubliche musikalische Leistung erbrachte in diesen
Wirren Navina Cordes, die genau drei Wochen vor dem Konzert aus dem ersten Flügelhorn in
die Trompetenstimme umgesetzt wurde und diese schwere Aufgabe meisterlich bewältigt hat. Das andere Großereignis war im August die Aufführung des Großen Zapfenstreiches. Als
äußerst geeignete Kulisse diente einmal mehr der Platz vor der Kirche. Ausführende waren
Spielmannszug und Musikzug der Schützengesellschaft, Ehrenzug und Fackelträger stellte
das Grüne Korps. Kommandierender war der Oberst des Grünen Korps Wilhelm Weber. Die
musikalische Gesamtleitung hatte Eckhard Stever. Vor Beginn der Veranstaltung wurde von
Heinrich Heinemann eine kurze Einführung in die Bedeutung und die historische Entwicklung
dieses militärischen Großereignisses gegeben, was bei den Zuschauern sehr gut ankam. Die
von einigen Augenzeugen geschätzte Zuschauerzahl schwankt zwischen über 2000 und 3000!
Bei der Serenade, die üblicherweise aus drei Märschen besteht, erklang als Hinweis auf die
Region zuerst „Die lustigen Hannoveraner“, danach einer der Bataillonsmärsche des
ehemaligen Pz.Art.Btl.335 Dedelstorf, der Mussinan-Marsch und als letztes auf Wunsch des
Kommandieren „Des Großen Kurfürsten Reitermarsch“ von Cuno Graf v. Moltke. Der Ablauf
der gesamten Zeremonie war so genau berechnet, dass zwischen dem Schlusston der
Nationalhymne und dem Ausmarsch des Zapfenstreiches die zehn Schläge der Kirchenuhr
ertönten, ohne störend in die Musik hineinzuklingen. Unter den Zuschauern befand sich auch
eine Abordnung aus dem Vorstand des Uniformierten Schützenkorps Gifhorn. Äußerungen
dieser Gäste waren: „Das ist ein tolles Erlebnis“ und „mir lief es kalt den Rücken runter“. Bis
auf ein paar kleine Patzer, mit denen zu rechnen war und die bei besserer Selbsteinschätzung
vermeidbar gewesen wären, haben alle an der Aufführung beteiligten eine Glanzleistung
vollbracht. Der Berichterstattung der Zeitung konnte man entnehmen, dass man sich einen
krönenderen Abschluss der 950-Jahr-Feier nicht vorstellen kann und der Musikzug über sich
selbst hinauswuchs.
Bei der Jahresversammlung am 2. November kam der Vorsitzende Holger Plieth mit einer
zweiten Hiobsbotschaft: Der Schriftführer und im Aufbau befindliche neue musikalische
Leiter Heiko Meinecke hatte in einem Brief an den Vorsitzenden seinen Austritt erklärt.
Damit verlor der Musikzug innerhalb kurzer Zeit zwei Führungsmitglieder. Es ist jedoch
bemerkenswert, mit welchem Geschick der Vorsitzende seinen Musikzug durch diese Krise
führte und dadurch irgendwelche Turbulenzen oder pessimistische Stimmungstiefs gar nicht
erst aufkamen. Kurzerhand wurde der Vorstand ohne auch nur die geringsten Schwierigkeiten
auf den entsprechenden Positionen neu besetzt, und der Musikzug konnte ohne zu schlingern
auf seiner Erfolgsspur weiterfahren.
Unter der bewährten Leitung des Musikzugältesten Karl Peesel fanden die Vorstandswahlen
statt. Der neue Vorstand setzte sich wie folgt zusammen: Vorsitzender Holger Plieth,
musikalischer Leiter Eckhard Stever, 2. Vorsitzender und stellvertretender musikalischer
Leiter Siegfried (Siggi) Cordes, Kassenwart Dieter Leusmann, Schriftführerin Kerstin Schulze
und Pressewart Peter Wesemann. Insgesamt verfügte der Musikzug zurzeit über 44 aktive
Mitglieder, die in der abgelaufenen Saison 35 Auftritte und 40 Übungsabende zu bewältigen
hatten. Im Februar fand bei Wilhelm Bartels in Bokel das Faschingsfest statt, glänzend
vorbereitet von den Posaunen.
Eine besondere Kuriosität soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Die Musiker aus
Weißensee hatten als Gastgeschenk u. a. ein Fass Bier mitgebracht, das aus Gründen der
Haltbarkeit am ersten Übungsabend nach dem Konzert geleert wurde. Zu vorgerückter Stunde
bei fortgeschrittener Stimmung kam es zu einer folgenschweren Wette: Gerhard Dreyer war
vom Geschmack dieses Spezialbieres derart angetan, dass er bemerkte, so etwas könne einmal
im Monat stattfinden. Sollte es gelingen, das zu organisieren, würde er das zwölfte Fass
bezahlen. Dieses Angebot entfachte einen unglaublichen Ehrgeiz, die Spender drängelten sich
förmlich und es wurde trotz aller auftretenden Schwierigkeiten geschafft, die entsprechende Anzahl an Fässern aus Bayern heranzuschaffen. Vielfach geschah das durch Urlauber, die
freien Platz in ihrem Auto mit Bierfässern auffüllten. In einem Fall wurde das monatliche
Fass durch einen Kurierdienst geliefert, und somit war die Fracht teurer als das Bier. Die
Übungsabende mit bayerischem Fass hatten immer ein besonderes Flair, und die Anwesenden
bei diesen „Registerproben“ hatten manchmal ordentlich zu kämpfen, damit keine Reste
weggeschüttet werden mussten. Diese Wette führte übrigens dazu, dass seither der Musikzug
Hankensbüttel bei der bayerischen Brauerei mit einer eigenen Kundennummer geführt wurde.
2002 leisteten die Musiker 76 Einsätze, davon 32 Auftritte und 44 Übungsabende. Ein gutes
Musikjahr, bestehend aus überwiegend sehr erfolgreichen Auftritten bei guten Besetzungen
und fast immer zahlreicher Übungsbeteiligung stimmte die Verantwortlichen sehr zufrieden.
Zwei neue Mitglieder kamen in Stimmen, die dringend Verstärkung benötigten, dazu. Das
waren Matthias Kluge/Glüsingen (1. Flügelhorn) und Benjamin Knoke (Tuba).
Besonders überwältigend war der Besuch der Proben nach dem Konzert 2001. Unter den drei
Siegertiteln war neben dem Andrew Lloyd Webber Portrait und Hymne und Triumphmarsch
aus Aida auch der von den bayerischen Freunden vorgestellte Titel Moment for Morricone.
Das Einstudieren dieser Musik für das nächste Konzert hatte für ein paar Wochen eine fast
überwältigende Beteiligung an den Übungsabenden zur Folge. Dann reduzierte sich der
Probenbesuch jedoch wieder auf zufriedenstellende Normalität, was der Getränkekasse eine
spürbare Erholung brachte.
Eine entscheidende Veränderung brachte dieses Jahr im finanziellen Bereich. Durch die
Umstellung von DM auf Euro wurden auf der letzten Jahresversammlung nach teilweise
ausgiebigen Diskussionen folgende Aufwandsentschädigungen festgelegt: Veranstaltungen im
Ort 100 Euro, Auftritte im Bereich der Samtgemeinde 120 Euro und für weiter entfernte
Einsätze, bei denen vorher Benzingeld kassiert wurde, pauschal 150 Euro je Stunde.
Der stellvertretende musikalische Leiter, Siggi Cordes absolvierte seine Grundlehrgänge an
der Bundesmusikschule in Altgandersheim mit Erfolg. Auch Sven Menzhausen hat dort einen
D1-Lehrgang besucht. Sein Urteil fiel so positiv aus, dass er empfahl, jeder Musiker solle
solch einen Lehrgang besuchen, egal wie gut er schon ist. Um Siggi Cordes schneller und
besser in die ihm zugedachten Aufgaben als musikalischer Leiter hineinwachsen zu lassen,
übernahm er ab und zu schon einmal die Leitung eines Übungsabends oder eines Teiles
davon. Insbesondere sollte er die Aufgabe übernehmen, an jedem Übungsabend die eigentlich
erforderlichen Einspielübungen zu leiten. Es entstand allerdings der Eindruck, dass etliche
Musiker durch spätes Erscheinen sich davor zu drücken versuchten. So wurde schon bald
wieder auf diese Neuerung verzichtet.
Zur besseren Vorbereitung des Jahreskonzertes fuhr der Musikzug erstmalig für ein Probenwochenende
in ein Schullandheim nach Braunlage in den Harz. Karlfried Schulze und Peter
Wesemann hatten diese Unternehmung sehr gut vorbereitet. Die ausschließlich positiven
Erfahrungen hatten zur Folge, dass beschlossen wurde, die Sache zu wiederholen. In fünf
straffen Probeneinheiten wurde am anspruchsvollen Konzertprogramm so erfolgreich gefeilt,
dass auf eine sechste Probe am Sonntagnachmittag verzichtet werden konnte. Übungsdisziplin
und Pünktlichkeit waren genau so beeindruckend wie der Bierkonsum, was natürlich auch den
ohnehin guten Gemeinschaftsgeist, durch den der Musikzug sich auszeichnet, noch weiter
gefördert hat. Die wichtigste Erfahrung war aber, dass durch diese Intensivprobe bei allen
Musikern am Konzertabend eine Woche später eine große Sicherheit und Gelassenheit zu
spüren war, die sich außerordentlich positiv auf die Qualität des Konzertes auswirkte. Auf
dem Programm standen neben den bereits erwähnten Siegertiteln des Vorjahres die Ouvertüre „Die Felsenquelle“ von Heinrich Steinbeck, „Tschechische Polkaperlen“, „Concert Fanfare“
von Kees Vlak sowie ein paar anspruchsvollere Märsche von Teike, der Standschützenmarsch
von Sepp Tanzer und zwei Polkas.
Der Gemeinschaftsabend fand am Anfang des Jahres im Gasthaus Holzgrefe in Allersehl statt,
ausgerichtet von den Stimmen 2. Flügelhorn und Horn. Die Jahresversammlung ergab keine
Veränderungen im Vorstand. Es wurde beschlossen, den Eintrittspreis beim Konzert von
derzeit 5 Euro auf 6 Euro zu erhöhen, weil von Besuchern immer wieder zu hören war, der
Musikzug sei viel zu bescheiden. Nach mehr als zwanzig Jahren regelmäßiger Teilnahme am
örtlichen Schützenfest verabschiedete sich der Musikzug im Juni vom Schützenverein Sülze.
Schweren Herzens wurde dieser Schritt vollzogen, weil sich durch regelmäßiges Überschneiden
mit dem Kinderschützenfest in Hankensbüttel nach dessen Verlegung Probleme in
der Besetzung ergaben. Mit großem Bedauern haben die Schützenbrüder und besonders die
Schützenschwestern aus Sülze den Beschluss akzeptiert, dass „ihre“ Hankensbütteler künftig
nicht mehr kommen und haben ihnen einen würdigen und fast tränenreichen Abschied
beschert.
Das Jahr 2003 begann mit dem Frühjahrsfest bei Hubert Olfermann in Oerrel, ausgerichtet
vom 1. Flügelhorn. Durch einen besonders festlichen Tischschmuck, federführend gestaltet
von Käthe Schulze und Navina Cordes, sowie einen umwerfend kuriosen Beitrag der
ausrichtenden Stimme gestaltete sich dieser gelungene Abend einmal mehr zu einer tollen
Gemeinschaftsveranstaltung. Als Stimmungskanone erwies sich dabei wie so oft Thorsten
Schöneweiß mit seinen gekonnten Gesangseinlagen.
Besonders erfreulich war der Einstieg von drei neuen Klarinettistinnen, die zuvor von Kerstin
Schulze ausgebildet wurden. Das brachte neuen Schwung in das bisher fast immer zu
schwach besetzte Holzregister, in dem sich die unvermeidliche Fluktuation besonders stark
bemerkbar machte. Diese Neuzugänge waren Eva Fricke, Birte Winkelmann und nach
dreijähriger Abwesenheit als Rückkehrerin Katja Fölsch, die zuvor Baritonhorn spielte. Damit
verfügt der Musikzug bei einer Gesamtstärke von etwa fünfzig Musikern und nunmehr sechs
bzw. sieben Klarinettisten/Innen endlich über ein entsprechendes Holzregister. Der siebente
Klarinettist ist Hanno Stever, der nach dem Musikstudium seinen Dienst als Berufssoldat im
Heeresmusikkorps I versieht und leider nur recht selten bei Proben oder Auftritten anwesend
sein kann.
Die Übungsabende waren besonders am Anfang des Jahres gut besucht. Ansonsten kommt es
schon ab und zu vor, dass für einzelne Mitglieder andere Dinge wichtiger sind als die Proben.
Die Auftritte waren nahezu ausnahmslos personell sehr gut abgedeckt und die Qualität
einwandfrei. Erwähnt werden soll hier der außerplanmäßige Auftritt am 31. August in Lüben.
Bei raumbedingt unmöglicher Sitzordnung wurde trotzdem durch die gute Akustik eine für
alle Beteiligten überraschend saubere und besonders dynamische Musik gemacht. Weitere
Prachtbesetzungen gab es in Wollerstorf, beim Frühauftritt in Gifhorn, beim Wittinger
Sommerfest, bei der Nachtmusik (42 Musiker), die es ermöglichten, von Beginn an mit drei
Gruppen zu musizieren, beim Schützenfest und natürlich wie immer beim Weinfest in
Gannerwinkel, bei dem sich der sonntägliche Frühschoppen nicht zuletzt durch das Mitwirken
des Musikzuges zu einer neuen Großveranstaltung zu entwickeln scheint.
Insgesamt hatten die Musiker/Innen dieses Jahr 76 Einsätze, aufgeteilt in 45 Übungsabende
und 31 Auftritte. Matthias Kluge hat inzwischen damit begonnen, eine Internetseite des
Musikzuges einzurichten, was ihm sehr gut gelungen ist trotz der spärlichen Informationen,
die ihm bislang zur Verfügung standen. Er ist erst relativ kurze Zeit im Musikzug und benötigt für dieses Vorhaben vielfache Unterstützung. Die Jahresversammlung fand am 7. 11.
im Gasthaus Zur Linde statt. Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Vorsitzender bleibt
Holger Plieth, Vertreter Siegfried Cordes, Schatzmeister Dieter Leusmann, Schriftführerin
Kerstin Schulze, Pressewart Peter Wesemann, musikalischer Leiter Eckhard Stever, Vertreter
Siegfried Cordes
Ein besonderer Höhepunkt in diesem Jahr war das Landesmusikfest, das nach 1997 ein
zweites Mal in Hankensbüttel stattfand. Wegen der seinerzeit optimalen Organisation durch
den Spielmannszug der Schützengesellschaft und die günstigen räumlichen Bedingungen
wurden die Spielleute vom Landesmusikleiter Bernd Schönebeck gedrängt, sich und
Hankensbüttel erneut als Ausrichter zur Verfügung zu stellen. Aufgrund der negativen
Erfahrungen mit dem letzten Musikfest hatte der Musikzug beschlossen, sich an weiteren
Musikfesten nicht mehr zu beteiligen. Der Teilnahme an diesem Fest im Heimatort mochte
man sich jedoch nicht entziehen. So umrahmte der Musikzug in bekannter Qualität den
Festkommers am Freitagabend und startete am Sonntag nach zweistündiger Wartezeit beim
Kritikspiel mit den Titeln „Moment for Morricone“ und „Tropicana“, einem großen Potpourri
mit südamerikanischen Rhythmen. Beide Vorträge wurden von den erstaunlich zahlreichen
Zuhörern mit kräftigem Beifall bedacht, und auch der Landesmusikleiter nickte anerkennend
und hielt den Daumen aussagekräftig nach oben. Für eine Kapelle bestehend aus Hobby- und
Freizeitmusikern hatte der Musikzug eine beachtliche Leistung erbracht. Das quittierten auch
die Wertungsrichter, die natürlich trotzdem den einen oder anderen Verbesserungsvorschlag
hatten, was ja auch deren Aufgabe ist.
Zur intensiven Vorbereitung des anstehenden Jahreskonzertes reisten die Musiker dieses Jahr
nach Hitzacker, wo in der dortigen Jugendherberge am 27. und 28. August insgesamt fünf
zweistündige Musikproben abgehalten wurden. Eine sechste Probe am Sonntagnachmittag
konnte entfallen, weil das gesteckte Ziel schon vorher erreicht war. Auch dieser Aufenthalt
kann als musikalisch außerordentlich nützlich und gemeinschaftsdienlich bezeichnet werden.
Das nachfolgende Jahreskonzert am 4. Oktober, zu dem 400 Zuhörer angereist waren, war ein
großartiger Erfolg. Es war das 25. Konzert in Folge, und einige Gäste, die es zum ersten Mal
erlebten, äußerten sich überschwänglich begeistert. Die Titelzeile des Zeitungsberichtes
lautete: „Ein Feuerwerk volkstümlicher Blasmusik“. An umfangreicheren Werken standen im
Programm neben einigen besonderen Polkas und Märschen (z. B. „Regimentskinder“ von
Julius Fucik) die beiden Vortragsstücke vom Landesmusikfest, eine Fantasie aus der Operette
„Der Vogelhändler“ von Carl Zeller und der konzertante Walzer für drei Trompeten und Blasorchester
„Spatzenfest“ von Harald Kolasch. Die drei Solisten Navina Cordes, Matthias Kluge
und Thorsten Schöneweiß vollbrachten dabei eine an Virtuosität grenzende Leistung. Die
Siegertitel dieses Konzertes wurden die Vogelhändler-Fantasie, Tropicana und der Marsch
„Regimentskinder“.
Einen besonderen Auftritt hatte der Musikzug als Vorgruppe zum Tiroler Alpentrio, das im
Herbst ein Konzert im Schützenhaus gab. Für die Dauer einer Stunde war es dem Musikzug
gelungen, mit einem Feuerwerk zünftiger Alpenländischer Blasmusik die etwa 8oo Zuhörer in
eine tolle Stimmung zu versetzen. Als dann die vier Tiroler Musikprofis mit ihrer geballten
Ladung an Technik ihr Programm in heftiger Lautstärke abspulten, gaben uns etliche Zuhörer
zu verstehen, dass sie lieber uns weiter zugehört hätten.
Am 28. Februar 2004 fand im Hotel „Zur Linde“ in Hankensbüttel eine Musikzugfeier statt.
Ausrichter war die „Schwarzwurzelbande“ (Klarinettenregister). Unter dem Motto „Wilder Westen“ wurde im zünftig geschmückten Saal und bei köstlichen, zum Motto passenden
Speisen bis spät in die Nacht hinein getanzt und gefeiert.
Am Wochenende 25./26. September begaben sich 38 Musiker/innen in die Jugendherberge
Falkenheim im Elm. Dort wurde bei der inzwischen schon zur Tradition gewordenen
Übungsphase noch einmal besonders intensiv am aktuellen Konzertprogramm gearbeitet. In
fünf zweistündigen Übungssequenzen standen die besonderen Brocken im Mittelpunkt, und
das waren die Titel Walzerperlen, Tropicana, die Fantasie aus der Operette „Der
Vogelhändler“, die Ouvertüre der Oper „Nabucco“, Dixie for Band und ein Querschnitt aus
dem Repertoire der Gruppe ABBA. Dazu kamen die Märsche „Regimentskinder“,
„Infanterie-Regiment Großherzog Friedrich von Baden“ und der „1. Bataillon Garde Marsch“.
Weitere Titel waren die Polka „Für unsere Kameraden“, das Eröffnungsstück „Melodie und
Harmonie“ und zum Schluss aus dem Repertoire der Schwarzwaldmusikanten das Potpourri
„Fröhlicher Feierabend“. Das Ergebnis dieser fast stressigen Übungsstunden war mehr als
zufriedenstellend, und alle waren sich einig: das hat sich mal wieder gelohnt. Wenn auch das
Bedürfnis nach Nachtruhe derer, die etwas mehr Schlaf brauchen als andere, von diesen stark
strapaziert wurde und dadurch etwas Unmut aufkam, war das dennoch kein Anlass für
nachhaltige Missstimmung.
Das Jahreskonzert am 2. Oktober war erneut gut besucht. Es stand in diesem Jahr unter dem
Zeichen des Dirigentenwechsels. Eckhard Stever übergab nach fast 35 Jahren das Amt des
musikalischen Leiters seinem Nachfolger Siegfried Cordes. Die Titel der ersten Konzerthälfte
dirigierte er noch selbst, und mit der Ouvertüre zu Verdis Oper Nabucco verabschiedete er
sich vom Dirigentenpult. Mit einer bewegenden Laudatio dankte ihm der Vorsitzende Holger
Plieth zuvor für die geleistete Arbeit. Stehende Ovationen aller Konzertbesucher begleiteten
diese Aktion. Anschließend überreichte Plieth dem neuen Dirigenten einen Taktstock. Cordes
leitete gekonnt die zweite Konzerthälfte und stellte damit unter Beweis, dass an die großen
Erfolge der letzten drei Jahrzehnte nahtlos angeknüpft wird. Als Siegertitel gingen aus dem
Konzert, das übrigens auf hohem musikalischen Niveau gespielt wurde, die Titel ABBA Hits
for Brass, die Ouvertüre zu Nabucco und Jean Treves Dixie for Band hervor. Zur großen
Überraschung und noch größerer Freude aller Musikzugmitglieder waren sechs Musikfreunde
aus Weißensee im Allgäu angereist, die sich sehr lobend über das Konzert geäußert haben und
mit denen bis in die frühen Morgenstunden ausgelassen gefeiert wurde. Ebenso war eine
Abordnung vom USK Gifhorn erschienen, um Eckhard Stever ein Abschiedsgeschenk zu
überreichen. Selbst Landrätin Marion Lau hatte es sich nicht nehmen lassen, trotz eines
anderen Termins noch vor der Pause zu erscheinen, um den Stabwechsel mitzuerleben. Sie
zeigte sich sehr angetan von der festlichen Atmosphäre und dem musikalischen Niveau. Für
fünfjährige Mitgliedschaft wurden Florian Meyer und Jaspar Wesemann geehrt und für
25jährige Mitgliedschaft in Abwesenheit Jürgen Schneck. Als neues Mitglied wurde die
Hornistin Corina Kwetenski begrüßt, und für besondere Verdienste bei der Ausbildung im
Bereich Trompete / Horn sowie Klarinette wurden Herbert Horn und Kerstin Schulze lobend
erwähnt. Festwirt war Peter Dierks, der auch schon das Schützenfest als Wirt betreut hat.
Die jährliche Versammlung war am 29. 10. Im Gasthaus Zur Linde. Im Vorstand gab es keine
Veränderungen zum Vorjahr. Nach einstimmigem Beschluss wurde aber Siegfried Cordes
zum neuen musikalischen Leiter gewählt. Eckhard Stever übernahm für eine Übergangszeit
das Amt des Stellvertreters. Die genaue Mitgliederzahl beträgt zurzeit 49. Markus Burghard
(1. Flügelhorn) besuchte erfolgreich einen D 1-Lehrgang an der Bundes-Musikschule in Alt
Gandersheim. Die Besetzung bei den Auftritten war fast immer gut, und das Erscheinungsbild
des Musikzuges nach außen kann man als sehr positiv bezeichnen. Lediglich bei drei
Auftritten gab es durch mangelhafte Absprache in den Stimmen (Tuba und Schlagzeug) Besetzungsprobleme. Beim alljährlichen Boßelturnier in Langwedel wurde der zweite Platz
erreicht. Seit der letzten Versammlung gab es für die Musiker/Innen 74 Einsätze, aufgeteilt in
30 Auftritte und 44 Übungsabende. Als besonderes Vorhaben für 2005 begannen die
Planungen einer Fahrt nach Weißensee. Es liegt eine Einladung zur Teilnahme an einer
Musikveranstaltung für ein verlängertes Wochenende Ende Mai vor, die von den Mitgliedern
des Musikzuges gern wahrgenommen wird.
Das Jahr 2005 begann mit einer besonderen Aktion, wie es sie im Musikzug noch nicht gab.
Hanno Stever wurde am 9. Februar 30 Jahre alt, und da er sein Leben bis zu diesem Zeitpunkt
noch als Junggeselle gestaltete, wurde zu seiner großen Überraschung vor dem Rathaus das
traditionelle Fegen angesetzt. Siegfried Cordes hatte alles bestens organisiert. Selbst durch die
Zeitung wurde die Bevölkerung darüber informiert. Zahlreiche Mitglieder des Musikzuges
waren erschienen, so dass eine erstaunlich gute Besetzung das Fegen mit schwungvoller
Blasmusik untermalen konnte. Wohl einmalig war dabei, dass der Delinquent nach längerem
Fegen gleich von zwei „Jungfrauen“ freigeküsst wurde, weil zufällig gleich zwei kleine
Mädchen auf den Namen Hannah hörten. Damit war die wirklich gelungene Aktion, bei der
zum Glück auch das Wetter mitspielte, nach etwa einer Stunde beendet.
Am verlängerten Wochenende 26. bis 29. Mai begaben sich 33 Musiker/Innen, großteils mit
Partner, auf die Reise nach Weißensee. Überschwänglich herzlich war der Empfang, und man
konnte in diesen vier Tagen jeden Moment spüren, was für eine tiefe Zuneigung diese beiden
Musikgruppen mit einander verbindet. Organisiert waren für die Gäste aus der Heide eine
Stadtführung in Füssen und eine sehr interessante Back-Stage-Führung im Festspielhaus für
das Musical „König Ludwig II“. Bestes Wetter an allen Tagen trug erheblich dazu bei, dass
auch die Wanderung auf die Saloberalm am Samstag zu einem nachhaltigen Erlebnis wurde.
Die Musiker der Gruppe „Reinheitsgebot“ hatten mit ihrer perfektionierten Stimmungsmusik
einen großen Anteil an ein paar wunderschönen Stunden in herrlichstem Panorama. Der
Kirchenzug am Sonntag profitierte neben dem bereits erwähnten Bilderbuchwetter vom
wunderschönen Ambiente auf der Bergwiese mit Blick über den See auf Füssen sowie von
der erstklassigen und beeindruckenden Musikumrahmung des Gottesdienstes durch die
heimische Musikkapelle. Den sich anschließenden Frühschoppen umrahmten die ersten zwei
Stunden die Musiker aus Hankensbüttel und nahmen mit Freude das fachmännische Urteil zur
Kenntnis, das man sich hinter den Klangkörpern aus der dortigen Region nicht verstecken
muss. Angekreidet wurde lediglich, dass bei Auftritten dieser Art ohne Dirigent gespielt wird,
was man dort gar nicht kennt. Nach diesem Auftritt und tränenreichem Abschied wurde sofort
die Heimreise angetreten. Zuvor jedoch wurde von den Hankensbüttelern eine Einladung zum
Gegenbesuch anlässlich des 40. Jubiläums des Musikzuges im Jahre 2010 ausgesprochen und
von den Musikern aus dem Allgäu gern angenommen.
Am 20. August fand ein Weinfest des Musikzuges statt. Durch die jährlichen Auftritte beim
Weinfest in Gannerwinkel hatten sich etliche Kartons mit Rheinhessen-Wein angesammelt,
die endlich mal verwertet werden sollten. Kurzerhand stellte Peter Schulze seinen Garten zur
Verfügung, und in diesem herrlichen Ambiente, dazu bei bestem Wetter und traumhaften
Temperaturen konnten 75% der Bestände erfolgreich vernichtet werden. Alle Teilnehmer
waren sich einig: das war ein wunderschöner Abend!
Am Wochenende 24./25. September fand im Schullandheim Braunlage das vierte Probenwochenende
des Musikzuges statt. 33 Musiker/Innen, bis auf einen Tubisten die komplette
Konzertbesetzung, waren dazu angereist. In sechs arbeitsintensiven Probensequenzen wurde
nach bewährter Manier mit gutem Erfolg am Konzertprogramm gearbeitet, so dass man der
Generalprobe und dem Konzert am 1. Oktober ruhig entgegensehen kann. Korrekte Arbeits-disziplin und beste Stimmung in der arbeitsfreien Zeit zeichneten auch dieses Wochenende
aus, und Dirigent Siegfried Cordes sowie alle Beteiligten waren mit dem Ergebnis der Arbeit
sehr zufrieden.
Das Konzert war erneut ein Erlebnis auf der Positivseite. Das Schützenhaus war bis auf den
letzten Platz gefüllt, Tisch- und Saalschmuck schufen eine tolle Atmosphäre, es war alles in
allem ein sehr festlicher Abend. 34 Musiker/Innen auf der Bühne spielten das Programm in
großer Konzentration, so dass knapp 400 Zuhörer ein beeindruckendes Klangerlebnis hatten.
Auch die lockere Moderation des Dirigenten kam gut an, und so wurde dieses erste Konzert
unter seiner Leitung auch für ihn ein großartiger Erfolg. Begeisternde Kritiken auf einigen
Stimmzetteln bestätigen diesen Eindruck. Als Siegertitel gingen aus dem diesjährigen
Repertoire hervor der Wild-Cat-Blues, Yellow Mountains und die Bayerische Solistenparade.
Nach dem konzertanten Teil traten weniger Zuhörer als sonst den Heimweg an, so dass der
Saal auch jetzt noch beachtlich gefüllt war. Das hatte sicher seine Ursache darin, dass der
Präsident der Schützengesellschaft, Ingo Tacke, im Verlauf des Schützenfestes jedem in
Uniform zum Konzert erscheinenden Mitglied des Grünen und des Schwarzen Korps drei
Liter Freibier versprochen hatte. Alle uniformierten Schützen nahmen am Schluss des
Konzertes vor der Bühne Aufstellung – es waren fast 50 Personen – und sangen, begleitet
vom Musikzug, das Hankensbütteler Schützenlied. Bis weit nach Mitternacht dauerte es, bis
dieser stimmungsvolle Abend ausklang. Ein Hauch vom Münchener Oktoberfest wehte so bis
nach Hankensbüttel. Es bleibt nur zu wünschen, dass die zahlreich erschienenen Schützen
ihrem Musikzug auch die Treue halten, wenn sie zukünftig nicht mit Freibier zum Wiethorn
gelockt werden.
Für seinen ersten Einsatz bei einem Musikzugkonzert wurde Matthias Breden namentlich
erwähnt. Ehrungen für längere Mitgliedschaften gab es für Sven Menzhausen und Markus
Burghard (10 Jahre), Navina Cordes, Herbert Horn und Peter Wesemann(15 Jahre), Thorsten
Schöneweiß und Hanno Stever (20 Jahre), Peter Schulze und Holger Plieth (25 Jahre), HansGünter
Abelbeck (30 Jahre) sowie für die noch aktiven Gründungsmitglieder Karl Peesel,
Gunter Burghard, Wilfried Schaper, Heinz Schulze und Eckhard Stever, die alle seit 35 Jahren
dem Musikzug angehören.
Am 24. Oktober wurden die Musikzugmitglieder durch die Tageszeitung mit der traurigen
Nachricht konfrontiert, dass tags zuvor das langjährige Mitglied Gerhard Dreyer-Winkelmann
aus Schweimke im Alter von 70 Jahren seiner schweren Krankheit erlegen ist. 29 Jahre
gehörte er dazu, und er war einer von den besonders Einsatzfreudigen. Selbst in den Zeiten
seiner Krankheit hat er noch an Tagen, an denen es ihm etwas besser ging, an etlichen
Übungsabenden teilgenommen. Nachdem im letzten Jahr die ehemaligen Mitglieder Helmut
Schulze aus Wittingen und Heinrich Heine aus Ohrdorf verstarben und einige Jahre zuvor
Heinz Niebuhr und Wilhelm Schulz aus Hankensbüttel, ist dieses in der 35jährigen
Geschichte des Musikzuges das erste Mal, dass ein noch aktives Mitglied zu Grabe getragen
wurde.
Am 4. November fand im Gasthaus „Zur Linde“ die jährliche Versammlung statt. In einer
Rekordzeit wurden die einzelnen Tagesordnungspunkte abgehandelt. Die Mitgliederzahl ist
auf 45 Musiker/Innen geschrumpft. 75 Einsätze waren zu bewältigen, aufgeteilt in 27
Auftritte und 48 Übungsabende. Im „Kommando“ gab es lediglich eine Veränderung: zum
neuen stellvertretenden musikalischen Leiter wurde einstimmig Thorsten Schöneweiß
gewählt. Dadurch ist die Fortsetzung der guten Zusammenarbeit mit dem Posaunenchor
gewährleistet, da Thorsten auch dort Dirigent ist. Es war eine von Querelen völlig freie Versammlung. Alle Abstimmungen waren einstimmig. Dieter Leusmann konnte einen nahezu
ausgeglichenen Kassenbericht vorlegen. Es wurde beschlossen, bei Peter Schulze wieder ein
Weinfest zu veranstalten. Die Flügelhörner organisieren eine Musikzugfete, und das
Samstagsfrühstück beim Schützenfest findet bei Karlfried Schulze in Örrel statt. Beim
Boßelturnier in Langwedel konnte die Mannschaft des Musikzuges den 1. Platz belegen. Ein
für den Musikzug sehr gutes und erfolgreiches Jahr fand mit dieser Versammlung seinen
Ausklang, und alle blicken mit Zuversicht auf die neue Saison.
2006 bestritten die Musikerinnen und Musiker 71 Einsätze, aufgeteilt in 26 Auftritte und 45
Übungsabende. Nahezu alle Auftritte waren besetzungsmäßig gut abgedeckt. Selbst der
Doppelauftritt am 16. Juli (Schützenfest in Hagen und Weinfest in Gannerwinkel) war
erfreulicherweise kein Problem, denn trotz Urlaubszeit konnten mit je fünfzehn Musikern an
beiden Orten ausgewogene Besetzungen eingesetzt werden. Ein besonderes und sicher auch
einmaliges Erlebnis war am 15. Juli die Feier anlässlich des 50. Geburtstags von HeinzWerner
Meyer in Oerrel. Es war ihm gelungen, zu diesem Anlass die sechs Musiker der
Gruppe „Reinheitsgebot“ aus Weißensee zu engagieren, die nach den Ständchen der „Oer-LiLas“
und des Musikzuges mit furioser und professioneller Stimmungsmusik zu einem
unvergesslichen Abend beigetragen haben. Auch für die Bayern war dieser Auftritt im hohen
Norden ein Erlebnis der besonderen Art.
Ein schwerer Schlag war im Juli das Ausscheiden von Navina Cordes. Es heißt zwar immer,
jeder ist zu ersetzen, was in diesem Fall jedoch nicht einfach war. Für das bevorstehende
Konzert übernahm Helmut Schulenburg den musikalischen Part, und es ist ihm hoch
anzurechnen, dass er trotz aller Belastungen, die er ansonsten zu bewältigen hat, sehr viel Zeit
für den Musikzug aufbrachte. Nicht zuletzt seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass das
Konzert trotzdem in gewohnter Qualität stattfinden konnte. Erfreulicherweise kamen jedoch
auch drei neue Musikerinnen dazu und hatten am 7. Oktober ihren ersten Konzerteinsatz. Es
sind dies Nadine Jung aus Bokel im Flügelhorn sowie Daniela Vollert und Stefanie Hawellek
(Flöte). Damit konnte die Mitgliedszahl 45 konstant gehalten werden.
Die Besucherzahl beim Konzert ist stark zurückgegangen. Es sind nur 202 Eintrittskarten
verkauft worden. Wenn man alle Ausgaben im direkten Zusammenhang mit dem Konzert den
Einnahmen aus dem Kartenverkauf und den Spenden gegenüberstellt, wurde ein Minus von
knapp 800 € erzielt. Darum wurde bei der Versammlung die Überlegung angestellt, künftige
Konzerte im Frühjahr stattfinden zu lassen. Das hätte den Vorteil, dass in der auftrittsfreien
Winterzeit ein Programm einstudiert werden kann und die Saison dann mit dem Jahreskonzert
eröffnet wird. Der Oktober ist noch zu sehr Reisezeit, der Konzerttermin liegt häufig in den
Herbstferien, Erntefeste fallen auf dieses Wochenende und „Oktoberfeste“ in der Region gibt
es inzwischen wie Sand am Meer. Die Dichte von Veranstaltungen in dem Zeitraum ist allzu
groß geworden. So wird es also 2007 erstmalig seit 1978 kein Jahreskonzert geben. Im
Frühjahr 2008 ist Ende März der nächste Termin, an dem die Musikerinnen und Musiker mit
einem neuen konzertanten Programm sich einem dann hoffentlich wieder zahlreicheren
Publikum vorstellen werden.
Das Jahreskonzert war trotz allem ein großer Erfolg. Das Übungswochenende, das dieses Mal
bei Hubert Olfermann in Oerrel stattfand, brachte wieder die gewohnte Sicherheit, so dass alle
Titel in technischer und dynamischer Perfektion gespielt wurden. Positive Rückmeldungen
vieler Zuhörer gab es auch zum Punkt Programmgestaltung. Siegertitel waren in diesem Jahr
Brassed Of, Tiger Rag und der Marsch Hoch Heidecksburg. Weitere Programmpunkte waren
unter anderem Deutsche Tonfilmschlager, der Hoch- und Deutschmeister Regimentsmarsch,
Muppet-Show-Theme sowie die Polkas Morgengedanken und Morgenblüten. Die Jahresversammlung fand am 3. November im Gasthaus „Zur Linde“ statt. Im Vorstand
blieb bis auf eine Veränderung alles beim Alten: Die Koppelung der Ämter des zweiten
Vorsitzenden und des musikalischen Leiters wurde aufgehoben. Um Siggi Cordes zu
entlasten, wurde Peter Schulze einstimmig zum 2. Vorsitzenden nominiert. Dadurch wird
zukünftig der Dirigent von Verwaltungsaufgaben befreit und kann sich ausschließlich den
aufwändigen musikalischen Belangen widmen. Das Jahr 2006 wurde als insgesamt sehr
positiv wahrgenommen, auch wenn einige Austritte, von denen einer besonders schmerzlich
war, hingenommen werden mussten.
Die erste Veranstaltung des Jahres 2007 war eine Grünkohlwanderung, ausgerichtet von den
Schlagzeugern. Bei leichten Minusgraden und eisigem Ostwind, aber schöner Schneelage
führte der Weg zunächst Richtung Hässelmühle. Boßelnd wurde die erste Strecke durch den
Wald überwunden, an deren Ende eine Stärkung mit Glühwein oder Kaffee möglich war.
Nächstes Ziel war das Sportheim in Oerrel, wo es Kaffee und Kuchen gab. Anschließend
begaben sich die etwa zwanzig Wanderer ins Gasthaus Kahrens in Langwedel, wo der Tag
mit einem deftigen Grünkohlessen in fröhlicher Stimmung ausklang. Es wurde die Anregung
laut, ähnliche Unternehmungen öfter durchzuführen.
Die Einsätze im Verlauf des Jahres waren bis auf den beim Altstadtfest in Gifhorn gut besetzt,
und es gab überall positive Reaktionen. Besonders die Zuhörer beim Jubiläumskommers in
Radenbeck zollten geradezu überschwänglichen Beifall. Es wurde aber auch vereinzelt,
vornehmlich vom Vorsitzenden der Bokeler Heidefreunde moniert, dass der Musikzug bei
seinem Konzert fast vierzig Personen auf die Bühne bringt, bei anderen Auftritten wie zum
Beispiel dem Heideblütenfest jedoch nur mit kaum mehr als der Hälfte der Musiker erscheint.
Dabei übersehen diese Kritiker aber die Gründe, die den Musikzug veranlassen, so zu
verfahren. Es ist selbstverständlich, dass sich das Jahreskonzert kein Musiker entgehen lassen
möchte. Bei fast immer mehr als siebzig Einsätzen im Jahr müssen die Kräfte aber so gut
verteilt werden, dass niemand zu stark beansprucht wird. Also spricht man sich in den
einzelnen Stimmen ab, wer bei welchem Einsatz anwesend ist. Das klappt auch nahezu
immer, so dass der Klangkörper insgesamt komplett ist. Ein weiterer Grund, die Besetzungen
möglichst klein zu halten, liegt darin, die Getränkekosten für den Veranstalter bescheiden zu
halten. Es wird also auch in Zukunft so sein, dass bei den meisten Auftritten kaum mehr als
Zwanzig Musiker anwesend sind. Veranstalter, die das nicht akzeptieren, müssen sich dann
halt um Kapellen bemühen, die insgesamt nicht größer sind.
Im Verlauf des Jahres kamen die Musiker auf 62 Einsätze, aufgeteilt in 46 Übungsabende und
16 Auftritte. Damit hat sich die Zahl der Auftritte im Vergleich zum Vorjahr um zehn
reduziert. Durch sich überschneidende Mitgliedschaften mit anderen Musikgruppen war der
Musikzug in einigen Fällen bei kurzfristigen Anfragen aus Besetzungsgründen nicht
einsetzbar. Dieses Problem entstand durch den Weggang gerade solcher Musiker, die außer
im Musikzug in keiner anderen Gruppe musikalisch tätig waren. Mit dieser Fluktuation wird
der Musikzug aber leben müssen. Nach dem Abitur beginnen die jungen Leute ihr Studium
und sind dann fast immer für den Musikzug verloren. Darum muss die Gewinnung von
Nachwuchs intensiv angegangen werden.
Beim Boßelturnier in Langwedel im Oktober belegte die Mannschaft des Musikzuges zum
dritten Mal in Folge den ersten Platz. Am 20. Oktober unternahmen die Musiker mit Anhang
eine Tagesfahrt nach Leipzig. Die Bariton-Stimme hatte diese Unternehmung organisiert, und
besonders Schatzmeister Dieter Leusmann und Frau haben einen wesentlichen Anteil daran,
dass diese Fahrt für alle etwa vierzig Teilnehmer zu einem großartigen Erlebnis wurde. Die Reaktionen am Abschluss waren jedenfalls sehr positiv. Höhepunkte waren der Besuch des
Völkerschlachtdenkmals, eine umfangreiche Führung beim MDR, eine Führung durch den
traditionsreichen „Auerbachs Keller“ auf den Spuren Johann Wolfgang von Goethes und ein
gemeinsames Mittagessen dort. Nach einer geführten Stadtrundfahrt konnte sich dann jeder
persönlich noch für etwa zwei Stunden nach individuellem Interesse mit den zahlreichen
Sehenswürdigkeiten der Stadt vertraut machen.
Am 2. November fand im Deutschen Haus die Jahreshauptversammlung statt. Die Wahlen
ergaben keine Veränderungen im Vorstand. Am 24. November, einem Samstag, wurde
erstmalig ein Übungsnachmittag durchgeführt. Von 13 bis 17 Uhr übten 31 Musikerinnen und
Musiker intensiv am Programm des für Ende März geplanten Konzertes. Eine solche
Sonderprobe bringt den Vorteil, dass möglichst vielen, die sonst häufig durch Schichtarbeit
oder private Vergnügungen am Freitagabend nicht am Übungsbetrieb teilnehmen können, die
Übungsteilnahme ermöglicht wird. Es ist geplant, vor dem Konzert einen weiteren Übungstag
durchzuführen. Besonders erfreulich für dieses Jahr war Mitte November die Rückkehr von
Navina Cordes.
Das Jahr 2008 war reich an Einsätzen, aber arm an sonstigen Veranstaltungen. Neben 48
Übungsabenden waren 26 Auftritte zu bewältigen. Dank der jederzeit guten Einsatzmoral gab
es bezüglich der Besetzungen nie Probleme, obwohl es durchaus Auftritte gibt, die weniger
gut angenommen werden als z. B. das Weinfest in Gannerwinkel, das sich höchst ungern
jemand entgehen lässt. Kameradschaftsabende oder gar eine Tagesfahrt fanden leider nicht
statt, weil Derartiges nicht mit dem nötigen Nachdruck verfolgt wurde.
Erfreulich war der Zugang von vier neuen Mitgliedern. Im hohen Blech waren seit
Jahresbeginn dabei Joachim Korte aus Wittingen und Thorsten Fricke aus Steimke, seit dem
Sommer auch noch Christian Meyer aus Langwedel und der in vielen Stimmen einsetzbare
Dieter Schönrock aus Wettendorf (Tuba, Bariton, Klarinette usw.)
Die Musiksaison begann am 29. März mit dem Jahreskonzert, das versuchsweise vom Herbst
in das Frühjahr verlegt wurde. Diese Umstellung scheint sich nach ersten Erfahrungen
bewährt zu haben. Es fanden sich mehr Konzertbesucher im Schützenhaus ein als in den
letzten Jahren. Sollte der Zuspruch auch weiterhin so positiv sein, dann war die Idee der
Terminumstellung eine gute. Als Siegertitel gingen aus dem Programm hervor der „Colonel
Bogey March“, Fehrbelliner Reitermarsch und „Unvergessen – Bert Kaempfert“, einem
Medley der bekanntesten Melodien dieses populären Komponisten.
Das Jahr 2009 begann mit der Teilnahme des Musikzuges an der 50. Sitzung „Hankau Helau“
des Bühnenspielvereins. Erstmalig wurde der Musikzug gebeten, diese traditionsreiche
Veranstaltung musikalisch zu unterstützen und die „Isefunken“ bei einem Tanz mit Livemusik
zu begleiten.
Anfang März fand an einem Wochenende im Schulzentrum eine Art „Workshop“ statt. Der
Musikzug hatte zum Zweck der Nachwuchswerbung eingeladen, und eine überraschend große
Anzahl von Interessierten war erschienen, um die vorgestellten Instrumente einmal in die
Hand zu nehmen und auszuprobieren. Das Ergebnis dieses Sonntagnachmittags gab Anlass
zur Freude. Insgesamt acht Anmeldungen konnte der Musikzug registrieren und zur
Ausbildung an Dieter Schönrock weiterleiten. Selbst wenn nur 50% der Gruppe erfolgreich
sein sollten und dem Musikzug nach einiger Zeit zur Verfügung stehen, wäre das bereits ein
guter Erfolg. Beim Auftritt anlässlich des Aufstellens des Gifhorner Maibaums hatte bereits
Johannes Plieth seinen ersten Auftritt im Musikzug. Er trat als Beckenschläger auf, wird aber demnächst die zweite Flügelhornstimme auffüllen. Innerhalb kürzester Zeit schaffte es auch
Sabine Wasserscheidt, die Ausbildung am Baritonhorn zu durchlaufen. Anfang März begann
sie mit dem Unterricht. Seit Anfang September besuchte sie die Proben des Musikzuges und
hatte ihren ersten Einsatz bereits beim Lampionumzug des Gewerbevereins im November des
gleichen Jahres. So schnell schaffen es nicht viele, ein Instrument so zu beherrschen, dass eine
Teilnahme am gemeinschaftlichen Musizieren möglich ist.
Im Februar und März dienten zwei Probenwochenenden dem Feinschliff an den Titeln des
Konzertprogramms. Äußerst konzentriert und erfolgreich wurde daran gearbeitet, und nach
der gelungenen Generalprobe konnte der Musikzug am 21. März ein Konzert in gewohnt
guter Qualität abliefern. Wie bereits im Vorjahr war die Besucherzahl zufriedenstellend, trotz
etlicher Parallelveranstaltungen wie Theaterabend in Emmen oder Fahnenweihe in Allersehl.
Zur großen Überraschung waren neun Musiker aus Weißensee im Allgäu erschienen. Sie
hatten die weite Anfahrt nicht gescheut und wurden durch einige wunderschöne gemeinsame
Stunden mit ihren Hankensbütteler Freunden dafür entschädigt. Die Siegertitel des Konzerts
wurden „Music“ von John Miles, das Dieter Thomas Kuhn Potpourri und „Matrimony“ von
O`Sullivan, ein Stück, bei dem das Posaunenregister solistisch hervortritt.
Am 9. Mai unternahmen über fünfzig Musiker inklusive Ehepartner und Nachwuchs eine
Tagestour. Nach einem opulenten Frühstück beim Vorsitzenden Holger Plieth wurden alle auf
drei Planwagen mit Treckern bespannt verteilt, und dann ging die Fahrt über Feldwege und
Nebenstraßen nach Steinhorst zum Schulmuseum. Von dort ging es weiter über Räderloh und
Blickwedel nach Hagen. Mit allerlei Spielchen und einem interessanten Fragebogen traten die
Besatzungen gegeneinander an. Nach der Einnahme von Gegrilltem sowie Kaffee und
Kuchen fand eine Siegerehrung statt. Danach wurde mit einem Kleinbus in Etappen die
Heimreise angetreten. Ausrichter dieser Tagestour waren die Stimmen Flgh. 2 und Tuba. Alle
Teilnehmer zeigten sich mit dem Verlauf dieses Tages sehr zufrieden, zumal auch das Wetter
hervorragend mitspielte.
Am 5. September fand bei Stephanie Hawellek ein Weinfest statt. Das Wetter meinte es nicht
gut, und eine Stunde vor Beginn hatte eine Sturmbö zwei im Garten aufgebaute Zelte zum
Einsturz gebracht und zerstört. In Windeseile mussten Tische und Bänke in eine Garage
gebracht werden, um Schutz vor Regenschauern zu haben. In trotzdem gemütlicher
Atmosphäre wurden einige nette Stunden verbracht. Leider war die Teilnahme sehr gering.
Durch den frühen Beginn konnten jedoch alle ihre Kinder mitbringen, deren fröhliches Spiel
dem Tag eine besondere Note gab.
Am 7. November fand im Hotel Zur Linde die Versammlung des Musikzuges statt. Die
Teilnehmerzahl hielt sich an diesem Samstag durchaus in Grenzen. Von den inzwischen 49
Mitgliedern waren lediglich 26 erschienen. Ein kurzfristiges Verschieben des seit einem Jahr
feststehenden Termins stieß erkennbar nicht auf größere Resonanz. Die Versammlung verlief
wie inzwischen gewohnt in äußerster Harmonie. Die Wahlen zum Vorstand brachten keine
Veränderungen. Besondere Besprechungspunkte waren die Fahrt nach Weißensee 2010 und
das 350jährige Jubiläum der Schützengesellschaft 2011. Am 25. November wurde ein
Konzert des HMK 1/Hannover in Wolfsburg besucht. Insgesamt kann der Musikzug auf ein
erfolgreiches, abwechslungsreiches und gutes Jahr zurückblicken und das mit erfreulichen
Perspektiven auf große Ereignisse in den beiden kommenden Jahren.
Das Jahr 2010 begann gleich mit einem Paukenschlag: Am Wochenende 20./21. März feierte
der Musikzug sein vierzigjähriges Jubiläum. Der langfristig geplante und gut durchdachte
Festablauf wurde ein voller Erfolg. Nach dem Motto „wenn man Geburtstag hat, lädt man sich Freunde ein“ fand das Festkonzert am Samstag unter Mitwirkung des Spielmannszuges
und des Männerchores statt. Die beiden Titel „Bozner Bergsteiger-Marsch“ und „Dem Land
Tirol die Treue“ brachte der Musikzug gemeinsam mit dem Männerchor zu Gehör. Einige
weitere Märsche wurden gemeinsam mit dem Spielmannzug dargeboten. Auf diese Weise
waren etwa hundert Mitwirkende an diesem besonderen dreistündigen Konzert beteiligt.
Beide Klangkörper musizierten in Höchstform, und das begeisterte Publikum im voll
besetzten Schützenhaus dankte für die Leistung mit spontanen, minutenlangen stehenden
Ovationen. Eine besondere Freude für den Musikzug war die Anwesenheit einer Abordnung
der Musikkapelle Weißensee, die mit acht Personen aus dem Allgäu angereist war, um dem
Musikzug anlässlich seines Jubiläums die Ehre zu erweisen.
Das Konzertprogramm bestand aus 23 Titeln, von denen die Zuhörer 20 zur Auswahl für
einen Siegertitel hatten. Eine deutliche Mehrheit entschied sich für die Komposition „The
Swords of Stavanger“, die mit beeindruckender Präzision zu Gehör gebracht wurde. Den
zweiten Platz erreichte der vom Spielmannszug dargebotene Titel „Erinnerungen an Zirkus
Renz“, wobei Daniela Vollert als Solistin am Xylophon eine Glanzleistung ablieferte. Auf
dem dritten Platz landete der Bozner Bergsteiger-Marsch, sodass auch der Männerchor beim
nächsten Konzert wieder zum Einsatz kommt.
Der Sonntag sollte um vierzehn Uhr mit einem halbstündigen Auftritt des Musikzuges
beginnen. Es waren jedoch bereits eine halbe Stunde zuvor so viele Zuhörer im Saal, dass das
Musikprogramm schon zwanzig Minuten früher eröffnet wurde. Nach dem Auftritt des
Musikzugs bekamen in der weiteren Zeit befreundete Musikgruppen aus den Nachbarorten
die Gelegenheit, das Publikum mit ihren Darbietungen zu erfreuen. Es waren dies die Fulauer
Blasmusikanten, die Musikzüge aus Emmen und Ohrdorf, die Lustigen Heidjer aus Bokel und
die „Oer-Li-Las“. Ein besonderer Höhepunkt war zwischendrin jedoch der Auftritt der
Bläserklasse der Wittinger Realschule, die mit etwa 35 Kindern unter der Leitung ihres
Lehrers Helmut Schulenburg den ersten großen Auftritt hatte und das Publikum geradezu
begeisterte.
Um etwa 18.30 Uhr war die musikalische Geburtstagsfeier zu Ende. Es waren so gut wie
keine Reden gehalten worden, und durch viele positive Rückmeldungen haben die Planer des
Festes die Bestätigung bekommen, dass mit diesem Ablauf der interessierten Bevölkerung ein
erlebnisreicher Sonntagnachmittag beschert wurde.
Vom 3. bis 7. Juni begaben sich 33 Aktive des Musikzuges, teilweise mit Anhang, auf die
Reise nach Weißensee. Hier wurde ein weiteres Mal das Bezirksmusikfest des AllgäuSchwäbischen
Blasmusikverbandes ausgetragen. Auch ohne am Wettbewerb teilzunehmen,
gab es einige Möglichkeiten, sich dort musikalisch zu präsentieren. Gleich am Anreisetag
wurde ein geplantes einstündiges Standkonzert am See wegen schlechten Wetters kurzfristig
in das für 3000 Gäste ausgelegte Festzelt verlegt. Trotz dieser Verlagerung stellten sich
überraschend viele Zuhörer ein und fanden Gefallen an den dargebotenen Klängen. Spontan
wurde der Auftritt um eine Stunde verlängert und entwickelte sich zu einem ausgesprochen
gemütlicher Blasmusikabend.
Die nächsten beiden Abende konnte man als Zuhörer im restlos gefüllten Festzelt genießen.
Blasmusik feinster Machart wurde am Freitag von verschiedenen Kapellen aus der Region
dargeboten, und der Samstag steigerte sich mit der Gruppe „Waidigel“ zu einem Erlebnis, das
sich unmöglich noch steigern lässt. Das Planungsteam der Musikkapelle Weißensee hatte
wirklich ganze Arbeit geleistet und ist dafür durch die allgemeine Begeisterung entsprechend
belohnt worden. Der Sonntag begann mit dem sogenannten Kirchenzug, bei dem auch der Musikzug zur
Geltung kam. Nach anschließendem Frühschoppen begann die Aufstellung zum Massenchor.
Diese Atmosphäre kann sich nur vorstellen, wer etwas Ähnliches schon einmal erlebt hat. Auf
einer Bergwiese mit herrlichem Blick über den Weißensee auf die teilweise noch mit
Schneefeldern bedeckten Alpengipfel versammeln sich fast zweitausend Musiker/innen und
halten auf Kommando ihr Instrument in die Höhe, um anschließend gemeinsam nach zwei
Märschen den Schwabenhymnus, die Bayernhymne und die Nationalhymne zu intonieren. Da
kommt „Gänsehautstimmung“ auf, gegen die sich kaum jemand wehren kann.
Im Anschluss daran setzte sich der große Festumzug in Bewegung, der aufgrund der Länge
und der Hitze allen Teilnehmern einiges abverlangte. Neben einigen Vereinsabordnungen,
Kutschen mit Ehrengästen und Festwagen marschierten 43 Musikkapellen durch die von
vielen applaudierenden Zuschauern gesäumten Straßen. So ging am Montag nach
störungsfreier Heimreise ein erlebnisreicher, harmonisch verlaufener und eindrucksvoller
Aufenthalt bei den Freunden im Allgäu zu Ende.
Das Schützenfest stellte an alle Aktiven dieses Jahr körperlich hohe Anforderungen. Bei auch
hier tropischen Temperaturen von über 35° ist es fast verwunderlich, dass niemand in die
Knie ging. Die Einsatzfreude war trotz der Hitze großartig. Es standen an allen vier Tagen
Besetzungen von weit über dreißig Musiker/innen zur Verfügung und fanden bei den
Zuhörern großen Anklang. Da das Deutsche Haus vor kurzem abgerissen wurde und somit die
bisher gewohnte Kulisse nicht mehr gegeben war, fand das Platzkonzert am Sonntag aus
akustischen und optischen Gründen erstmalig vor der Buchhandlung Ullrich in der
Bahnhofstraße statt und scheint sich an dieser Stelle zu bewähren.
An neuen Mitgliedern kamen im Januar 2010 Moritz und Lukas Fölsch im 2. Flgh. und im
Schlagzeug dazu. Aus Bokel kommend verstärkt seit September Silke Müller wieder das
Posaunenregister, und nach relativ kurzer Übungszeit nimmt Daniel Eggelmannn (Posaune)
ebenfalls seit September an den Übungsabenden teil. Die gut besuchte Jahresversammlung am
5. November im Hotel zur Linde brachte nach vielen Jahren der Kontinuität eine Veränderung
im Vorstand. Dieter Leusmann gab nach 30 Jahren gewissenhafter Arbeit als Schatzmeister
dieses Amt ab, und Stephanie Hawellek wurde seine Nachfolgerin. Alle anderen Mitglieder
im Vorstand wurden in ihren Ämtern bestätigt.
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